REVIEWS
Melodic Journey
Das Imperium schlägt zurück! Nachdem Tommy Heart mit seiner neuen Band Soul Doctor bereits vor einiger Zeit das Duel eröffnet hat, schlägt nun der Rest von Fair Warning gnadenlos zu! Gitarrist Helge Engelke, Drummer CC Behrens und Keyboarder Torsten Lüderwald haben sich mit dem ehemaligen Thunderhead Bassisten Ole Hempelmann und dem bis dato kaum in Erscheinung getretenen Vocalist Olaf Senkbeil verstärkt und lassen das beileibe nicht schlechte Soul Doctor Debüt dabei klar hinter sich. Wobei man natürlich nicht Äpfel und Birnen vergleichen sollte. Bei Dreamtide wird schnell klar, das hier im Grunde genommen Fair Warning mit neuem Sänger am start sind, während Soul Doctor doch einen völlig anderenStil praktizieren. Das die Fair Warning Leute, insbesondere Helge Engelke, erstklassige Musiker sind, braucht ja eigentlich auch nicht mehr gesondert erwähnt werden, also konzentrieren wir uns mal uaf den neuen Sänger, der audf "Here comes the flood" seine Meisterprüfung als Gesangsakrobat mit 1+ besteht. Das jemand mit solch einer klasse Stimme bisher nahezu unentdeckt bleiben konnte, ist mir unverständlich. Ein wahrer Glücksgriff! Insbesondere auf Tracks wie "Promised Land", dem Opener " What You Believe In" oder der Halballade " ITake The Weight Off Your Shoulders" (klingt verdächtig nach dem Songtitel des Jahres!) zeigt der Bursche das er Tommy Heart in nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil sogar! Auch die restlichen Bandmitglieder passen sich dem hihen Niveau ihres Sängers an und machen mehr als deutlich das hier gestandene Musiker am Werk waren, denen man kein X für ein U vormachen kann, wenn's um groovige, nach vorne peitschende Rocksongs geht. An manchen Stellen lässt Mr. Engelke die Axt doch schon ganz schön kreisen mächtig kreisen und das ist auch gut so. Verleiht er dieser Scheibe dadurch doch den gewissen Touch, der den Unterschied zu dem früheren, meist ziemlich glatt poöiertem Sound von Fair Warning, doch deutlich macht. Auf "Here Comes The Flood" ist von solchen Bremsern nichts zu spüren und der Gitarrist kann sich nacj#h Belieben austoben, was sich spürbar auf die Songs auswirkt. Auch wird hier die Behauptung widerlegt, vergleichsweise niedrige Budgets seien gleich zu setzen mit schlechter Produktion. Ähnlich wie die Schweizer Shakra auf ihrem letzten Meisterwerk, fahren Dreamtide von vorne bis hinten soundmäßig volles Brett und blamieren alle Bands, die monatelang im Studio hocken und die Kohle der Plattenfirma ohne amtliches Ergebnis zum Fenster rausschmeißen, bis auf die Socken! Anspieltips spar ich mir bei diesem Meisterwerk lieber, das würde alle anderen Songs meiner Meinung nach abwerten und das wollen wir ja nicht, oder? Mit "Here Comes The Flood" ist den Hannoveranern mit Sicherheit ein heißer Anwrter auf die Platte des Jahres gelungen und sollte alle Fans die schon auf Fair Warning konnten, zufrieden stellen. Ach was sage ich, ihr werdet begeistert sein.